Eckardt Kreye: Das Wissen etwas äußerst Sinnvolles zu tun. Während eines gut vorbereiteten Austausches lernen die Beteiligten mehr, als in einem vergleichbaren Unterrichtsfach während eines ganzen Jahres, wenn es so eins überhaupt gäbe...
Es sind die Jugendlichen, die die Begegnungen wollen. Sie fragen danach, engagieren sich in ihrer Freizeit, geben dafür auch ihre Ferien her und sind nach dem Austausch sehr dankbar für die Erfahrungen. Das motiviert! So sollte Schule sein! Für mich ist dies das sinnvollste Projekt, welches ich je in meiner Schullaufbahn durchgeführt habe.
Wir arbeiten aber nicht nur im schulischen, sondern inzwischen auch im außerschulischen Bereich. Außerdem führen wir internationale Jugendbegegnungen mit Nichtregierungsorganisationen durch, die ebenfalls mit Medien arbeiten. Wir sind dabei einen Freiwilligenaustausch von Alumni einzurichten. Ehemalige Teilnehmende aus afrikanischen Ländern ermöglichen wir für ein Jahr nach Bremen zu kommen, und umgekehrt entsenden wir Deutsche in unsere Partnerorganisationen in Kenia. Unser Projekt wächst, weil genügend tolle Leute zusammen an einer Idee arbeiten. Die Idee für eine bessere, gerechtere Welt. Bei unseren Austauschprogrammen machen wir nicht nur auf die ungerechte Verteilung aufmerksam, sondern zeigen auch Wege der Umfairteilung auf. Und letztlich ermöglicht so ein Austausch es zumindest einigen afrikanischen Jugendlichen Grenzen zu überschreiten, die für sie zuvor unüberwindbar erschienen. Wir stellen Kontakte her, es entstehen Freundschaften, die Teilnehmenden wechseln ihre Perspektiven, es ist ein Programm der Völkerverständigung. Die teilnehmenden Jugendlichen erleben riesige Unterschiede hinsichtlich der Lebensformen, des Alltages, der Kultur, der Aussichten und bemerken gleichzeitig viele Gemeinsamkeiten. Meine Hoffnung liegt darin, dass die Jugend von heute, „morgen“ fairer handelt.