Jugendaustausche und Freiwilligendienste zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern können junge Menschen lebenslang positiv prägen, aber sie bergen auch Herausforderungen.
Wie die pädagogische Begleitung junger Menschen vor, während und nach der Zeit im Ausland am besten gelingt, diskutierten 30 erfahrene Trainingsexperten und -expertinnen aus Benin, Deutschland, Kenia und Tansania, bei einem Workshop Anfang September in Addis Abeba.
Ziel des Workshops war es herauszufinden, welche Erfolgsbeispiele in den verschiedenen Ländern existieren. Außerdem ging es darum, inhaltliche und methodische Lücken der pädagogischen Maßnahmen zu schließen.
Die rund 30 Teilnehmenden der Veranstaltungen definierten zunächst einmal die Zielgruppe von Jugendaustausch, und schon allein hier zeigte sich: Jugend ist nicht gleich Jugend.
Heterogenität zeichnet junge Menschen in allen Ländern der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative aus. Diese soll bei den Trainings berücksichtigt werden, so dass jeder junge Mensch sich bei seiner Auslandserfahrung individuell verstanden fühlt.
Die Präsentationen aus der Sicht von Alumni und Austauschorganisationen, eine Ausstellung verschiedener Trainingsmaterialien sowie ein Vortrag zum Anteil des Unbewussten in stereotypen Vorstellungen boten den Teilnehmenden des Workshops reichlich Diskussionsstoff.
Es zeigte sich, dass ein reibungsloser Austausch zwischen Deutschland und Partnerländern nicht nur von einer guten Vor-und Nachbereitung abhängt. Eine wachsende Bedeutung kommt gut geschulten Mentoren vor Ort zu. Auch eine noch enger verzahnte Kommunikation zwischen allen involvierten Organisationen und Individuen hinsichtlich ihrer Erwartungen, ihrer Angebote und der grundlegenden Bedingungen vor Ort empfohlen die Trainer. Schließlich ermöglichten reale Begegnungen durch Austausche und Freiwilligendienste den Zugang zu schwer zugänglichem Kontext-Wissen – je maßgeschneiderter Begleitmaßnahmen sind, desto mehr unterstützen sie die jungen Menschen dabei, sich erfolgreich in den neuen kulturellen Kontexten zu bewegen, so dass sie und andere Freude beim Austausch empfinden.
Die Ergebnisse des Trainers Exchange wurden gemeinschaftlich zusammengetragen und nach Land ausdifferenziert. So sollen Alumni noch stärker in die pädagogische Arbeit integriert werden, eine Datenbank von afrikanischen Trainerinnen und Trainern erstellt und thematische Spezialisierungen gefördert werden. Als ein übergreifendes Ziel wurde die Erstellung einer Online-Wissensplattform, auf der Trainings-und Mentoring-Konzepte miteinander geteilt werden, formuliert.