Wie soll der internationale Schulaustausch im Jahr 2030 gestaltet werden? Was ist wichtig für einen partnerschaftlichen Austausch im schulischen Bereich? Diesen Fragen widmeten sich die Teilnehmenden der Internationalen Fach- und Evaluierungskonferenz des ENSA-Programms „Schulaustausch Now & Then – 2030 and beyond“, die vom 5. bis 8. November 2017 in Berlin stattfand.
Bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Vision für den internationalen Schulaustausch im Jahr 2030 lohnt es sich in großen Dimensionen zu denken, resümierte die Gruppe der entwicklungspolitischen Akteure aus Ghana, Tansania, Benin, Senegal, Südafrika und Deutschland nach zwei Tagen intensiver Gespräche. Nur wer das Unmögliche versuche, könne das Mögliche erreichen. In engem Austausch miteinander reflektierten Lehrer und Lehrerinnen aus dem Globalen Süden wie Norden während der Fachkonferenz insbesondere die zentrale Rolle des Themas Partnerschaftlichkeit für einen erfolgreichen internationalen Schulaustausch.
Der Fokus der Konferenz, mit der ENSA einen Beitrag zur Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ) leistet, lag auf Schulaustauschprojekten zwischen Deutschland und den Ländern Afrikas. Die Stärkung globaler Partnerschaften und die Förderung der Qualität der Austausche sind Hauptaugenmerke des Jugendaustauschs im Rahmen der DAJ.
„Partnerschaft bedeutet, in dieselbe Richtung zu blicken und anhand gemeinsamer Ideen, Probleme zu lösen“, sagte die Deutschlehrerin Odile Dzeutouo Meni epse Leuga aus Douala in Kamerun. Mit ihren Schülern und Schülerinnen und ihrer Partnerschule wolle sie eine neue Welt erschaffen, in der zukünftig Gemeinsamkeiten statt Unterschiede betont würden. Sorge bereitet Odile Meni die ungleiche finanzielle Beteiligung: „Ich wünsche mir, dass sich Afrika in Zukunft stärker finanziell am Austausch beteiligt, sonst ist es nicht gleichberechtigt.“
Eine internationale Schulpartnerschaft erfolgreich umzusetzen bedarf vor allem einem Austausch auf Augenhöhe. Ein Anspruch für viele Beteiligte, denn er begleitete die vielen Workshops, Seminare und Gesprächsrunden, die während der Konferenz stattfanden, immer wieder. „In unserer Arbeit ist uns Augenhöhe absolut wichtig. Keiner kann in der Partnerschaft etwas besser als der andere. Wir wollen gemeinsam voneinander lernen“, betont Tobias Rusteberg vom Tilman-Riemenscheider-Gymnasium in Osterode am Harz. Mit Projektleiter Elhadj Mamadou Diouf von der Partnerschule in Kaolack, Senegal, stehe er täglich in Kontakt. Eine enge freundschaftliche Verbindung sei auch zwischen den Jugendlichen zu beobachten. Soziale Netzwerke erleichterten den Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern auf beiden Kontinenten „Vor allem mithilfe von Whatsapp tauschen sie untereinander Bild- und Sprachnachrichten aus“, so Tobias Rusteberg.