Vom 29. bis 31. Oktober 2017 fand die DAJ-Fachtagung in Dar es Salaam, Tansania zum Thema „Partnerschaft neu definieren: Ihre Bedeutung für den Jugendaustausch und eine nachhaltige Entwicklung“, statt. Organisiert wurde die Fachtagung von der Tanzania Youth Coalition (TYC), eine Partnerorganisation der DAJ in Tansania.
„Partnerschaft bedeutet für mich, dass zwei oder mehr Parteien auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten“, sagte Jamila Mbeju von Jambo Bukoba, einer tansanischen-deutschen weltwärts-Aufnahmeorganisation mit den Schwerpunkten Sport und Bildung. Der Mehrwert einer Partnerschaft sei, dass sich die Partner gegenseitig ergänzen, so Mbeju.
Die erste DAJ-Fachtagung auf dem afrikanischen Kontinent führte den inhaltlichen Austausch fort, der auf der Fachtagung 2015 in Berlin und dem DAJ-Launch 2016 in Bonn begonnen hatte. Partnerschaftlichkeit im Jugendaustausch ist einer der Schwerpunkte der DAJ.
Neben jungen Freiwilligen, die bereits einen Freiwilligendienst wie weltwärts oder einen Jugendaustausch als Teilnehmende des ASA-Programms absolviert haben, nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen Trägerorganisationen, Netzwerken oder Schulaustauschprogrammen, wie das ENSA-Programm, an der Fachtagung teil. Beiträge lieferten auch Teilnehmende der beiden vorangegangenen Veranstaltungen von weltwärts Süd-Nord und ASA. Der weltwärts-Workshop im Rahmen des Follow-Up Prozesses der Süd-Nord Evaluierung fand vom 25. bis zum 29. Oktober statt, um gemeinsam mit den Partnern an den Handlungsempfehlungen zur Evaluierung zu arbeiten. Unter anderem wurden Ideen für eine systematischere Einbindung der Rückkehrenden vorgeschlagen.
Dass junge Menschen in Tansania eine wichtige Rolle für die Regierung spielen, machte die Rede von Beng´i Mazana Issa deutlich. Die Exekutivdirektorin des National Economic Empowerment Council, betonte, dass der Jugendaustausch entscheidend zur Qualifizierung von jungen Menschen beitrage. „Durch den Jugendaustausch lernen junge Menschen die Kultur, die Fähigkeiten, das Verhalten und die Lebensweise von anderen Menschen kennen, vor allem aber ändern sie ihre Haltung gegenüber dem eigenen Land und den eigenen Möglichkeiten“, sagte Beng´i Mazana Issa.
Agnes Bweye aus Tansania, die im August von ihrem weltwärts-Jahr in Deutschland zurückgekehrt ist, erzählte: „In Deutschland habe ich gemerkt, wie sehr ich mein Land liebe und welches Potenzial und welche Chancen sich mir hier bieten“. Das bestätigte auch Glory Shio, ebenfalls ehemalige Teilnehmerin des weltwärts-Programms: „Erst aus der Ferne konnte ich mein Land aus einer anderen Perspektive sehen: die gemeinschaftliche Nähe, die vielfachen Möglichkeiten, der Frieden und andere Dinge, die ich zuvor nicht gesehen habe. Das hat mich motiviert, meine Ideen, Erfahrungen und Wissen mit meinem Umfeld zu teilen.“
Ein Austausch von Erfahrungen und Herausforderungen im Jugendaustausch und Freiwilligendienst fanden in der Fachtagung ebenso Platz wie die Diskussion der Frage „Was zeichnet eine gute Partnerschaft aus?“ Erick Crispin hat bereits vielfältige Austausch-Erfahrungen gemacht, unter anderem mit ENSA, weltwärts und dem ASA-Programm. Heute engagiert er sich neben dem Studium ehrenamtlich bei TYC. Besonders wichtig für den Erfolg von partnerschaftlicher Zusammenarbeit sind, laut Erick Crispin, „dass Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten geklärt werden. Alle Partner müssen ihren Teil zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels beitragen. Dabei müssen nicht alle Partner die gleiche Art von Beitrag leisten. Wichtiger ist es, dass sich alle Partner mit den eigenen Möglichkeiten, hinsichtlich Finanzen, Konzepte, Fähigkeiten, Wissen oder Struktur, einbringen.“