Junge Menschen sollen mitreden, wenn es um ihre Zukunft geht. 30 junge Afrikanerinnen und Afrikaner aus 14 Ländern lud das Bundesentwicklungsministerium hierzu am 27. März 2017 in die Deutsche Welle nach Bonn ein. Die jungen Landwirte, Unternehmerinnen und Vertreterinnen von Organisationen und Bauernverbänden setzen sich für die Stärkung ländlicher Räume in ihrer Heimat ein. Sie präsentierten ihre Ideen und erfolgreichen Projekte für mehr Jobs und einen lebenswerten ländlichen Raum rund 100 Gästen und diskutierten mit Vertretern des Entwicklungsministeriums, der IHK Bonn Rhein-Sieg und des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft.
„Es gilt besonders die Frauen zu stärken und zu fördern“, betonte Halatou Dem. Als Geschäftsführerin von Danaya Céréales SARL schafft sie Arbeitsplätze für die Frauen in ihrer Region. Ihr Familienunternehmen hat sich auf die Getreideverarbeitung spezialisiert – dem malischen Getreide Fonio. Auch Nana Amponsah, Gründerin von African Women in Agribusiness Network in Ghana, setzt sich in vielseitig für eine stärkere Position für Frauen in der Landwirtschaft ein: „Agrarkultur muss als Agrarbusiness verstanden werden. Neben Bildung und Finanzierungsmöglichkeiten ist auch der Zugang zu Märkten entscheidend.“
Thematisiert wurden auch die Verbesserung der Infrastruktur, Modernisierung der Produktion, gute Regierungsführung, Investitionen aus dem Ausland. „Damit Afrikas Jugend eine Zukunft in Afrika findet, braucht sie faire Chancen und wirkliche Perspektiven - vor allem im ländlichen Raum. Wichtig ist, ihr zuzuhören. Und sie mit geeigneten Rahmenbedingungen zu unterstützen“, sagte Dr. Stefan Schmitz, Beauftragter für die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger im Entwicklungsministerium.
Die Veranstaltung diente als Auftakt und Vorbereitung für den Jugenddialog „Rural Future Lab“ und der G20 Konferenz "EINEWELT ohne Hunger ist möglich. Die Zukunft des ländlichen Raums" vom 24. bis 28. April 2017 in Berlin.
Beim Rural Future Lab werden neben den 30 Afrikanerinnen und Afrikanern noch rund 90 junge Erwachsene aus dem ländlichen Raum Deutschlands sowie Freiwillige aus Afrika und den G20-Staaten über das Programm weltwärts teilnehmen. Die Gruppe besucht innovative Betriebe im ländlichen Raum Brandenburgs, diskutiert Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den Herausforderungen in den jeweiligen Herkunftsländern und erarbeitet Ideen zur Stärkung ländlicher Räume. Die Kernbotschaften präsentieren die jungen Erwachsenen am 27. April 2017 bei der G20 Konferenz Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller.