Am 22. und 23. Juli 2020 fand ein virtuell abgehaltenes Fundraising-Training für elf Teilnehmende deutscher Organisationen aus dem Kultur- und Umweltschutzbereich statt. Mitarbeitende der Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung („Mitmachzentrale“) der Engagement Global stellten Förderprogramme, Drittmittelgeber, sowie Crowdfunding-Methoden vor. Anhand von Beispielen wurde dargestellt, wie genau sich die Drittmittelförderung von erfolgreichen Anträgen zusammensetzt. Die Teilnehmenden erhielten dadurch Einblicke in Möglichkeiten der Anschubfinanzierung und der Organisation von Kampagnen.
Neben Drittmitteln bilden Spenden, Teilnehmendenbeiträge und Eigenmittel Wege für die nötigen finanziellen Ergänzungen. Hierbei ist wichtig, dass die Bundesmittel von Engagement Global nicht mit weiteren Bundesmitteln, sondern nur mit Fördergeldern aus der Kommune, dem Land oder aus internationalen Töpfen kombiniert werden dürfen.
In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmenden ihre Organisation und ihr Projekt vorstellen und im Anschluss individuelle Beratung zu ihren projektspezifischen Herausforderungen erhalten. Für manche deutschen Vereine gestaltet es sich beispielsweise schwierig, mit jedem durchgeführten Projekt mehr Eigenmittel zu investieren und von Jugendlichen Teilnehmendenbeiträge für die Austauschprojekte zu erheben. Bei der Mitteleinwerbung durch die Partnerorganisationen aus Ländern des Globalen Südens fehlen den deutschen Partnern oft Informationen über Förderprogramme vor Ort und es braucht gewachsene Beziehungen, um alle Ressourcen voll ausschöpfen zu können.
Ende Juli fand ein entsprechender Workshop zum Thema Fundraising für Partnerorganisationen in Benin und am 7. und 13. August für Partnerorganisationen in Südafrika und Tansania statt. Diese boten den Teilnehmenden vor allem einen Überblick der lokalen Fundraising-Landschaften, aber auch Hilfestellungen zu allgemeinen Fundraising-Strategien in Bezug auf deutsche und europäische Förderprogramme.
Die Workshop-Reihe wurde am 29. Juli und 14. August jeweils mit einem gemeinsamen Training mit den deutschen Partnerorganisationen und den afrikanischen Partnerländern fortgesetzt. Mithilfe professioneller Trainerinnen und Trainer wurden konkrete Problemstellungen diskutiert und Projektanliegen sowie entsprechende Fundraising-Strategien entwickelt. Gerade der Erfahrungsaustausch mit Organisationen verschiedener Bereiche stellte sich als fruchtbar und anregend heraus. Trotz der teilweise sehr schwierigen Umstände durch Covid-19 oder Stromkürzungen war das Interesse groß, und die Workshops fanden mit hoher Beteiligung statt.