Vom 27. bis 29. August 2018 fand in Johannesburg, Südafrika, das zweite Thematische Forum zu Globalem Lernen der DAJ statt. Das Forum mit dem Titel: „Partnerschaften für den Jugendaustausch und Globales Lernen im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird als lose Reihe einmal jährlich in einem Pilotland der DAJ organisiert. Verantwortlich für die Organisation der Veranstaltung in diesem Jahr war die südafrikanische Partnerorganisation WESSA. Neben Alumni verschiedener Austauschprojekte, Trägerorganisationen und Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Stellen, haben auch lokale Nichtregierungsorganisationen (NROs) an dem Treffen teilgenommen. Deutschland war mit den beiden NROs Bridge-it e.V. und Germanwatch e.V. vertreten, die unter anderem Impulse zum Thema „Erfolgreiche Lobbyarbeit“ gaben. Die rund 60 Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich anhand von konkreten Projektbeispielen, über neue Perspektiven im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung auszutauschen.
Jim Taylor, ehemaliger Direktor des Bereichs Umweltbildung bei WESSA, stellte ein Projekt zur Bestimmung von Wasserqualität vor, das im Rahmen von Bürgerforschung (Citizen Science) entstanden ist. Bürgerforschung bedeutet, dass sich Bürgerinnen und Bürger in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien einbringen. Das System zur Messung der Wasserqualität (das Mini Stream Assessment Scoring System, kurz: MiniSASS) lässt sich sehr einfach für die Bestimmung von Wasserqualität in Flüssen nutzen. Überall auf der Welt kann das MiniSASS in gleicher Weise eingesetzt werden und das bereits von Kindergruppen. Der Verschmutzungsgrad von Fließgewässern wird bestimmt, indem Kleinstlebewesen in den Wasserproben ausgezählt werden. Eine hohe Zahl von Organismen weist dabei auf eine sehr gute Wasserqualität hin.
Wasser als knappe Ressource stand auch im Mittelpunkt eines Beitrags aus Namibia. In einem kleinen selbstgebauten Dorf am Rande der Wüste können Schulklassen für mehrere Tage leben und lernen, wie sie mit wenigen Litern Wasser am Tag auskommen, Solarenergie nutzen und Müll vermeiden können. Panduleni Haindongo von der Organisation Namib Desert Environmental Education Trust (NaDEET), will damit auf praktische Art und Weise Kinder zu einem umweltbewussten Leben ermuntern.
Manafuthi Sibiya von der südafrikanischen Initiative X-Factored Youth hat sich zum Ziel gesetzt, internationale Partnerschaften mit lokalen Projekten in ihrem Heimatort iNanda zu verbinden. Im Vordergrund stehen für Sibiya die Förderung der Fähigkeiten und Ziele der Jugendlichen aus iNanda mit Projekten aus den Bereichen Kunst und Kultur. Die kleine Gemeinde iNanda in der Nähe von Durban, kann demnächst von Durbans langjähriger Städtepartnerschaft mit Bremen profitieren: so soll bald der Weg für einen Austausch von Freiwilligen auf Basis Städtepartnerschaft bereitet werden.
Die drei Alumni Walusungu Ngulube, Nolita January und Itumeleng Mpure gaben einen persönlichen Einblick in ihre Zeit als Teilnehmerinnen bei verschiedenen internationalen Freiwilligenprogrammen. Trotz unterschiedlicher Erwartungen, Einsatzgebiete und Erfahrungen waren sich die drei jungen Frauen in ihrem Fazit einig, das Jugendaustausch kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.