Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum war das Hauptthema der G20-Konferenz „EINEWELT ohne Hunger – Die Zukunft des ländlichen Raums.“ Rund 130 junge Menschen aus 31 Ländern nahmen im Vorfeld am Rural Future Lab teil. Zur praktischen Einführung besuchten sie landwirtschaftliche Betriebe in Potsdam-Mittelmark, Havelland und in der Uckermark. Hierbei gingen sie folgenden Fragen nach: Wie kann Wissensaustausch im ökologischen Landanbau gelingen? Wie funktioniert die Landwirtschaft im Vergleich und was können die jeweiligen Länder voneinander lernen? Diskutiert wurden auch grundsätzliche Herausforderungen wie Finanzierung, Infrastruktur, Zugang zu Märkten und andere strukturelle Hürden.
Am Vortag zur G20-Konferenz diskutierten die jungen Landwirtinnen und Landwirte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Organisationen aus Afrika und Deutschland ihre Ideen und Visionen. Die Deutsch-Afrikanische Jugendinitiative (DAJ) bot auch Teilnehmenden aus den Freiwilligen- und Austauschprogrammen von Engagement Global wie ASA und weltwärts die Möglichkeit, an der Veranstaltung teilzunehmen. Durch den Austausch fördert die DAJ gegenseitiges Verständnis und verbessert langfristig Perspektiven für junge Menschen aus Deutschland und afrikanischen Ländern.
Gemeinsam erarbeiteten die jungen Menschen beim Rural Future Lab ihre sechs Forderungen für die Entwicklung des ländlichen Raumes: Von Bildung, Förderung lokaler Innovationen, Capacity Building, Stärkung und Teilhabe, Städtische und ländliche Infrastruktur-Partnerschaften bis Mikrofinanzierung. Diese Forderungen sind zugleich als Lösungen für mehr Beschäftigung von jungen Menschen im ländlichen Raum zu verstehen. In Form einer Illustration überreichten die jungen Menschen diese an Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller während der G20-Konferenz. „Wir haben die Lösungen. Hört uns zu. Gemeinsam können wir es schaffen, den ländlichen Raum mit Jobs und guter Infrastruktur für die Jugend attraktiv zu machen“, appellierte Alfousseni Sidibe aus Mali an das Publikum. Und die internationalen G20-Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft schenkten den jungen Menschen Gehör und nahmen begeisternd die Lösungsvorschläge entgegen.
Bereits in seiner Eröffnungsrede betonte Dr. Gerd Müller die Rolle der Partizipation der Jugend und die Bedeutung neuer Partnerschaften für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum. Auch Peter Altmeier, Bundesminister für besondere Angelegenheiten, bekräftigte, dass die Zukunft im ländlichen Raum entschieden wird und die Lösungen für die jeweiligen Länder mit der jungen Generation gefunden werden müssen. Dr. Akinwumi Adesina, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank sieht in der Schaffung von Jobs für die junge Generation den Lösungsansatz gegen Terrorismus und Migration. Für den Nobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus ist es dabei wichtig, junge Menschen nicht einfach als Arbeitssuchende zu sehen, sondern als junge Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem riesigen Potenzial an innovativen Ideen und Lösungsansätzen.
Und die jungen Menschen überzeugten auch in den Themenforen am Nachmittag der G20-Konferenz, brachten weitere Ideen in die Berlin Charta ein. Diese wurde am Abend an Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller überreicht.