„Wenn wir Diskriminierung thematisieren, kommen wir nicht umhin, auch über persönliche Handlungen und Äußerungen zu sprechen. Es kann sehr viel zwischen Menschen passieren, egal, ob sie sich das erste Mal begegnen oder schon seit 20 Jahren befreundet sind. Wir haben alle die Möglichkeit, respektvoller miteinander umzugehen und weniger zu diskriminieren.“ So beginnt der Respect Guide, ein Leitfaden für einen respektvollen Umgang miteinander.
Mit dieser Publikation will die Organisation i-päd Vorschläge und Anregungen liefern, die es ermöglichen sollen, Diskriminierung zu vermeiden. Der Leitfaden ist bereits vielerorts im Einsatz: „Wir setzen den Respect Guide zur Begleitung des deutschen Jugend-Orga-Teams ein, das zusammen mit jungen Menschen aus Benin, Burkina Faso, Kamerun, Malawi und Südafrika eine internationale Jugendkonferenz plant“, berichtet Nina Reichert vom deutschen Verein bridge-it!
Auch in Südafrika wurde der Leitfaden bereits genutzt und Dambisa Dube, technische Beraterin bei der GIZ Südafrika zieht ein Resümee: „Der Respect Guide ist leicht verständlich und leistet mit einfacher Sprache und vielen Beispielen einen großen Beitrag zur Vereinfachung sehr komplexer Themen. Obwohl er eine eurozentrische Perspektive hat, empfehle ich den Guide besonders denen, die sich schon einmal mit interkulturellen Kontexten beschäftigt haben und den Wert einer anderen Perspektive schätzen.“ Sie gibt jedoch auch zu bedenken, dass es besser wäre, wenn der Guide Perspektiven aus dem sogenannten Globalen Süden einschließen würde. „Ich denke, dass einige der angesprochenen Themen wie beispielsweise Sexismus und Homophobie, mit viel mehr Sensibilität behandelt werden müssten. Deshalb kann ich den Leitfaden nicht zum Einsatz durch Personen empfehlen, die sich mit Themen wie diesen noch nicht befasst haben.“
Der Respect Guide kann kostenlos auf der Homepage der Organisation i-Päd – intersektionale Pädagogik heruntergeladen werden. Seit August 2019 gibt es den Guide auch auf Französisch – finanziert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.