Die Tanzania Youth Coalition (TYC), Implementierungspartner der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ) im Pilotland Tansania, organisierte vom 2. bis 5 August 2018 eine Partner-Matching-Konferenz mit dem Titel „Zivilgesellschaftliche Partnerschaften stärken und neue Möglichkeiten schaffen“ (Strengthening existing civil society partnerships and creating new opportunities). Die Veranstaltung in Daressalaam, Tansania, fand in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und der Deutschen Sportjugend (dsj) statt. Entsprechend kamen die Eingeladenen – die aus verschiedenen Orten Tansanias sowie aus Uganda, Ruanda und Deutschland angereist waren – vor allem aus den Bereichen Kunst, Kultur und Sport.
Nach einer ersten Vorstellung der vertretenen Organisationen bildeten sich Arbeitsgruppen, die unterschiedliche Perspektiven auf die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung beleuchteten. Die Teilnehmenden reflektierten, was „gute Partnerschaftlickeit“ für sie bedeutet und welche interkulturellen Herausforderungen entstehen können. Das gegenseitige Kennenlernen und Netzwerken stand dabei an erster Stelle.
Am zweiten Tag stellten sich der nationale Sportverband Tansanias, die BKJ, dsj und TYC in ihren Funktionen als Dachverbände vor. Danach befassten sich die Teilnehmenden konkret damit, wie ein auf Partnerschaftlichkeit basierendes deutsch-afrikanisches Austauschprojekt geplant, organisiert und in seiner Wirkung überprüft werden könnte. Ein Hauptaugenmerk ihres Dialogs lag auch hier darauf, wie die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung sowie die Methoden des Globalen Lernen bei allen Schritten des Austauschvorhabens einbezogen werden können.
Anknüpfend an den Auftakt der Konferenz, begann der nächste Tag mit einer Trainingseinheit zu interkultureller Kommunikation und Diversitätsbewusstsein. Für die verbleibenden zwei Konferenztage rückte dann die Praxis in den Fokus: Die Teilnehmenden lernten die Jugendarbeit des Azam-Fußball- und Jugendclubs und des National Arts Council von Tansania kennen und erhielten einen Einblick in die Projekte des Babawatoto Centers in Daressalaam. Das Kinder- und Jugendzentrum setzt sich für Kinderrechte ein und hat einen besonderen Fokus auf Straßenkinde. Mittlerweile hat sich das Zentrum als feste Anlaufstelle für die Jugendlichen in den angrenzenden Vierteln etabliert. Die kulturelle Arbeit mit den Jugendlichen zielt vor allem auf die Stärkung ihrer Persönlichkeit ab.
Den letzten Tag der Konferenz nutzten die Teilnehmenden, um zwei weitere Organisationen der kulturellen Jugendbildung in Bagamoyo zu besuchen und ihre Arbeit vor Ort im Rahmen einer Musik- und Tanzperformance zu erleben. Hierdurch erhielten die Teilnehmenden weitere Inspiration und Anknüpfungspunkte für die eigene Jugendarbeit und für zukünftige Austausche. Zu Ende der gemeinsamen Tage teilten einige der vertretenen Organisationen bereits konkrete Ideenskizzen für künftige Austauschprojekte. Im November 2018 sollen die bei der Konferenz entstandene Partnertandems sich bei dem Netzwerktreffen „jugend.kultur.austausch global“ der BKJ in Potsdam wiedertreffen und die Möglichkeit bekommen, „die andere Seite“ kennenzulernen, bevor 2019 die ersten Jugendbegegnungen zwischen Deutschland und Tansania im Feld der Kulturellen Bildung starten werden. „Und in 20 bis 30 Jahren“, so ein tansanischer Konferenz-Teilnehmer, „werden wir dann wirklich sehen, wofür hier heute der Grundstein gelegt wurde.“ Die DAJ und ihre Partner werden auch in Zukunft dazu beitragen, dass sich neue zivilgesellschaftliche Partnerschaften bilden können.