Marie-Claire Niyoyita aus dem ruandischen Verein „Akanyoni Kaguruka“ und Lennard Nickel aus dem Verein „Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V.“ betonten die Bedeutung von persönlichen Begegnungen und die Notwendigkeit von gegenseitigem Austausch aus der Perspektive junger Menschen, die selbst Erfahrungen im Jugendaustausch haben und sich heute aktiv für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Verbreitung eines differenzierten Afrika- und Deutschlandbildes einsetzen.
Panashe Chigumadzi, eine vom ELLE-Magazin gekürte junge Autorin und Aktivistin aus Südafrika, warb in ihrer Key Note für einen Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern und forderte reflektierte Ansätze im Jugendaustausch, die koloniale Kontinuitäten kritisch hinterfragen und Vorurteile abbauen:
„Wenn wir uns dazu verpflichten, uns zu reflektieren, nicht etwa wegen unserer eigenen Absichten, sondern insbesondere aufgrund der weiter gefassten sozio-ökonomischen Beziehungen zwischen unseren Heimat - und Gastländern, dann ist Reisen ein erster wichtiger Schritt, um Beziehungen zu entwickeln, die zum beiderseitigen Vorteil sind. Nicht nur zwischen Individuen, sondern auch zwischen Ländern“, betonte Chigumadzi.
Die zweitägige Veranstaltung stand im Zeichen des Dialogs und des fachlichen Austausches. Diskussionen, Fachforen und Themeninseln boten den Gästen viel Raum, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Die Bandbreite der Teilnehmenden aus Deutschland und afrikanischen Ländern reichte von Vertreterinnen und Vertretern von Schulaustausch, Jugendverbänden und zivilgesellschaftlichen Trägern über kirchliche Träger, wirtschaftsorientierte Organisationen und staatliche Einrichtungen bis hin zu Nichtregierungsorganisationen und Akteuren im Bereich der Medienlandschaft. Ehemalige Teilnehmende sowie interessierte potentielle Teilnehmende waren ebenso vor Ort wie erfahrene
Akteure und neue Akteure im Bereich Jugendaustausch und Freiwilligendienst mit afrikanischen Ländern.
Bei den Themeninseln stellten sich neben den drei Implementierungsorganisationen der DAJ (Wildlife and Environmental Society of South Africa, Tansania Youth Coalition und Young Beninese Leaders Association) die Austauschprogramme vor, die seit vielen Jahren Erfahrungen im Bereich Jugendaustausch und Freiwilligendienste haben, darunter das ASA-Programm, das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm ENSA-und der Freiwilligendienst weltwärts. Die durch die DAJ angestoßene neue Förderlinie für den außerschulischen Gruppenaustausch „weltwärts-Begegnungsprojekte“ wurde erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.