Der begrenzte Zugang zu Bildung und menschenwürdigen Arbeitsplätzen sowie der Umweltschutz gehören zu den gemeinsamen Herausforderungen für junge Menschen aus Afrika und Europa. Dies wurde beim 5. gemeinsamen Gipfeltreffen der Afrikanischen und der Europäische Union (AU-EU Summit) im November 2017 in Abidjan, Elfenbeinküste, deutlich.
Um die gemeinsamen Herausforderungen zu meistern und die Mitsprache von jungen Menschen Afrikas und Europas zu stärken, wurde 2018 der „AU-EU Youth Cooperation Hub“ gegründet. Dieser Zusammenschluss verfolgt die Umsetzung der AU-EU-Jugendagenda und entwickelt innovative Ansätze und Ideen zur gemeinsamen Problemlösungen.
In der ersten Phase des Hubs sammelten junge Menschen aus Afrika und Europa Ideen zu sechs Kernbereichen, die die AU-EU-Zusammenarbeit betreffen. Dabei orientierten sie sich an der Abidjan-Jugenddeklaration sowie an der AU-EU-Jugendagenda.
In einer zweiten Phase sollten dann aus den Ideen konkrete Maßnahmen werden. Dazu kamen vom 29. Oktober bis zum 7. November 2018 42 junge Experten und Expertinnen aus Afrika, Europa sowie der afrikanischen Diaspora aus 28 verschiedenen Ländern zusammen. Diese waren zuvor aus mehr als 1.700 Bewerbungen ausgewählt worden.
Innerhalb von zehn Tagen machten sich die Teilnehmenden daran, aus Ideen tragfähige Pilotprojekte zu entwickeln, die Impulse in einem von sechs Themenfelder setzen können: Bildung, Wirtschaft, Umwelt, gute Regierungsführung, Frieden und Sicherheit sowie Kultur, Sport und Kunst.
Ein Projektvorschlag aus dem Bereich Bildung setzt dabei auf internationalen Jugendaustausch und gegenseitiges Lernen, sowohl zwischen afrikanischen und europäischen Ländern als auch innerafrikanisch. Durch gegenseitige Studienbesuche, Workshops und virtuelle Methoden des Erfahrungsaustausches können internationale und lokale zivilgesellschaftliche Akteure der Jugendarbeit in ihren Kompetenzen und Möglichkeiten gestärkt werden.
Die Anregung dazu geht auch zurück auf die Erfahrungen aus der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ). Hier wird seit 2016 erprobt, wie Austausche, Partnerschaftlichkeit und gegenseitiges Lernen zur Stärkung der Zivilgesellschaft im Sinne des „global citizenship“ beitragen können.
Die Umsetzung der ausgewählten Pilotprojekte im Rahmen des AU-EU Youth Hub erfolgt 2019 und 2020 durch zivilgesellschaftlichen Organisationen unter Einbeziehung von jungen Expertinnen und Experten in den laufenden Umsetzungsprozess.
Insgesamt zielt der AU-EU Youth Cooperation Hub nicht nur auf die Durchführung der ersten Pilotprojekte ab, vielmehr soll damit auch das Fundament für eine wachsende Gruppe sogenannter chance agents und verfügbarem Fachwissen gelegt werden. Denn das langfristige Interesse geht über Projektförderung hinaus hin zu Veränderung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen im Sinne der Nachhaltigkeit.